Im fotografischen Werk von Karl Lagerfeld haben sich in den letzten Jahren drei Themenschwerpunkte entwickelt: der Körper, die Architektur, die Landschaft. Damit ist auch umrissen, womit sich Lagerfeld momentan beschäftigt: mit dem Menschen in seiner natürlichen oder gebauten Umwelt. Ein deutsches Haus ist das erste Buch von Lagerfeld, das sich einem Gebäude, seiner Innen- und Gartenarchitektur widmet. Ohne eine einzige Zeile Text wird die Geschichte dieses Hauses erzählt. Gleichzeitig entwirft Lagerfeld ein Bild von einem imaginären Deutschland, das es so nicht mehr gibt. Man muß nicht wissen, wo sich dieses Haus befindet. Typische deutsche Wesensmerkmale, die Einrichtungskultur einer Epoche, die Stilfindung einer Zeit, werden dokumentiert.

Darüber hinaus ist dieses Buch ein autobiografischer Rückblick auf das Elternhaus, die Kindheit und das Stadtviertel, in dem Lagerfeld aufgewachsen ist. Liebevoll hat er den Räumen des Hauses - das im übrigen von ihm selbst eingerichtet und ausgestattet wurde - Namen gegeben. Das Angelica-Kauffmann-Zimmer befindet sich gegenüber dem Olbrich-Schliepstein-Zimmer. Es gibt ein Schmidt-Rottluff-Schlafzimmer und drei Bäder, die Reklameplakat-, Klinger- und Steichen-Bad genannt werden. Ein Arbeitszimmer, der "Werkbund-Raum", ist im Stil des Jahres 1930 eingerichtet, und ein heutiges hätte man früher Gesindezimmer genannt - doch die Zeiten haben sich geändert ... Der Betrachter der Fotos wird verzaubert, versetzt in eine nicht unbedingt für alle "gute" alte Zeit. Diese Zeitreise gibt einen tiefen (fotografischen) Einblick in die deutsche Seele.


160 Seiten

Fester Einband / gebunden
29.5 x 27.5 cm

Deutsch

ISBN 978-3-88243-535-1
1. Auflage 07/1997

€ 28,00 inkl. MwSt.
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